Behind the picture

Gerhard Wagenknecht & Hassan Shoukat

Porträt von Gerhard Wagenknecht und Hassan Shoukat (v. l. n. r.)Gerhard Wagenknecht

 

Alter: 60
Beruf: Elektromeister und Betriebswirt im Handwerk
Tätigkeit: Leitung Hotel im IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel

 

Durch das Angebot von Praktikumsstellen durch das Bildungszentrum in den Bereichen der Haus- und Veranstaltungstechnik habe ich mit Migrant*innen zu tun.

Ich erinnere mich sehr gerne an einen „Nach(t)schlag“ in Haßlinghausen. An dem Stand der Flüchtlingshilfe wurde Essen angeboten und Musik gespielt, zu der auf der Straße getanzt wurde. Auch vorbeikommende Besucher*innen haben sich spontan beteiligt. Es gab keine Anfeindungen oder abwertende Kommentare. Der beiderseitige Kontakt war sehr harmonisch.

Sprockhövel ist den Flüchtlingen gegenüber aufgeschlossen und engagiert. Es ist ein unauffälliges, angenehmes Miteinander.

Ich wünsche mir im Zusammenleben mit (Neu-)Zugewanderten Akzeptanz der verschiedenen Kulturen und deren gegenseitige Anerkennung.

Aufgrund der Altersstruktur in Deutschland werden wir ohne Zuwanderung den jetzigen Lebensstandard nicht halten können. Fachkräfte werden in allen Bereichen der Wirtschaft benötigt. Hierfür sind Voraussetzungen zu schaffen, die den Migrant*innen und den Unternehmen eine Perspektive bieten und sie nicht über die Zukunft im Ungewissen lassen.

 

Hassan Shoukat

 

Alter: 25 Jahre
Herkunft: Pakistan
Ankunft in Deutschland: Juli 2014
Erlernter Beruf: Studium „Computer Science“ (ohne Abschluss)
Aktuelle Tätigkeit: Ausbildung zum Koch

 

Ich glaube, es war im August 2009, als ich über den Iran aus Pakistan ausgereist bin. Erst war ich zwei bis drei Monate im Iran, danach ungefähr einen Monat in der Türkei. Danach war ich in Griechenland für drei Jahre, in Italien zwei Monate und in Frankreich zehn Monate. Dann bin ich nach Deutschland gekommen.

Ich bin aus Pakistan geflohen, weil ich eine bessere Zukunft haben und der schlechten Lage in Pakistan entkommen wollte. Wegen der gewalttätigen Auseinandersetzungen dort ist es sehr gefährlich. Es kann leicht sein, dass man selbst umgebracht wird.

Ich habe hier einen Sprachkurs, sechs Monate ein Praktikum und danach ein Jahr eine Einstiegsqualifizierung gemacht, und jetzt mache ich eine Ausbildung als Koch beim IG Metall-Bildungszentrum in Sprockhövel. Daneben habe ich letztes Jahr mit Freunden an der Deutschen Grillmeisterschaft 2019 als Profi teilgenommen, leider haben wir nur Platz 11 gemacht. Bei der NRW-Grillmeisterschaft 2019 als Profi hat es für den 1. Platz gereicht.

Ich bin seit Juli 2014 hier in Sprockhövel und ich finde es sehr ruhig hier. Für mich ist es der beste Platz. Die Leute sind sehr hilfsbereit und sehr freundlich und sehr nett. Ich hatte nie Probleme, auch als ich kein Deutsch sprechen konnte.

Nach der Ausbildung arbeite ich weiter hier. Ich möchte wieder an der Deutschen Grillmeisterschaft 2020 (Fulda), der NRW-Grillmeisterschaft 2020 (Krefeld) und der Welt-Grillmeisterschaft 2020 (Belgien) teilnehmen, wenn die Ausländerbehörde mir die Erlaubnis gibt, nach Belgien zu fahren.