Stark durch den Glauben

Sechstes Plakat der Flüchtlingshilfe-Kampagne

Sein Glaube ist ihm wichtig: In Eritrea arbeitete er als Diakon der eritreisch orthodoxen Kirche, nach seiner gefährlichen Flucht setzt er diese Tätigkeit in Deutschland ehrenamtlich fort. „Durch meinen Glauben bin ich stark“, sagt Yonas Measho. Er lächelt vom sechsten Plakat der Flüchtlingshilfe-Kampagne „Behind the Picture“, das heute geklebt wurde.

„Eritrea, mein Heimatland, ist eine Diktatur, ein Land, in dem Menschenrechte nicht gelten und die Menschen der Willkür der Behörden ausgeliefert sind. Daher habe ich mich für die gefährliche Flucht über den Sudan und durch die Sahara nach Libyen entschlossen. Von dort bin ich in einem überfüllten Boot über das Mittelmeer und 2015 schließlich nach Deutschland gekommen, “ berichtet der heute 27-jährige. Vor zwei Jahren konnte seine Frau Zayd nachkommen, vor wenigen Monaten wurde Sohn Matthias geboren.
„Der kleine Junge bereitet uns viel Freude und ist Ansporn, eine Perspektive für unser gemeinsames Leben zu schaffen.“ Darum möchte Yonas Measho, der zurzeit als Helfer in der Metallverarbeitung arbeitet, bald eine Ausbildung beginnen. Sein Ehrenamt als Diakon möchte er weiter ausüben: „Hierdurch leiste ich für eritreische Flüchtlinge und Freunde einen Beitrag, sich in den Gottesdiensten ein Stück Heimat zu bewahren.“

Mit den Plakaten an der Hauptstraße 31 in Niedersprockhövel und an der Mittelstraße 43 in Haßlinghausen will die Flüchtlingshilfe dazu anregen, sich im Internet unter www.behind-the-picture.de weiter zu informieren. Dort gibt es nun auch die Geschichte von Yonas Measho sowie ein Video-Interview mit ihm. Das Projekt soll Vorurteile abbauen und zugleich einen Beitrag zum 50jährigen Stadtjubiläum Sprockhövels leisten.

Text: Christoph Meer




  • On März 6, 2020